Blogparade – Morgenritual

Eigenartig, ich halte nichts von solchen Aktionen wie Kettenbriefen oder ähnlichem. Und wenn man es genau nimmt, ist eine Blogparade oder ein Stöckchen nichts anderes, oder?

Dennoch ertappe ich mich dabei, wie ich hin und wieder über interessante Themen stolpere und spontan Einfälle dazu habe. Na gut, warum nicht? Ich bin hier schließlich nicht dazu verpflichtet 5 weitere Teilnehmer zu finden, frei nach dem Multi-Level-Marketing Prinzip. Die ein oder andere Blogparade tut nicht weh, kann sogar helfen. Ich habe z. B. gern bei Martin’s Blogparade mitgemacht zum Thema „Fotoblog“.

Reihen wir uns also auch bei dem Wirschaftsjournalisten Jochen Mai (Link aufgehoben, Artikel offenbar entfernt) ein, wenn er fragt: Was ist Ihr Morgenritual?

Von Zeit zu Zeit ändert sich das bei mir, glaube ich. Aber einige Dinge halten sich schon seit Jahren.

Ich stehe also morgens auf, derzeit zwischen 2 Uhr und 4 Uhr nachts – kommt drauf an, wann mein Mann arbeiten muss. Ich stehe vor ihm auf, ich brauche immer ein bisschen länger. Außerdem ist er eh nicht gleich aus dem Bett zu kriegen – es sei denn, er hat verpennt. Ich schmeiß dann als erstes den Rechner an, ziehe meine Brille an, die ich am PC hingelegt habe und taumel dann als nächstes im Dunkeln durch das Treppenhaus ins Bad. Ist dort das nötigste erledigt wanke ich eine Etage tiefer in Richtung Küche. Unterwegs kommen mir die Katzen entgegen, die eine hat mich übrigens schon seit dem Schlafzimmer begleitet. Ich ignoriere sie aber erst mal, bis ich meinen Wasserkocher an geschmissen habe. Und jetzt habe ich auch Zeit die Näpfe der Katzen zu füllen. In der Zwischenzeit ist das Wasser heiß und ich kann mir meinen geliebten Cappuccino aufgießen. Der leckere, aus dem Discounter.

Die Katzen überlasse ich dann ihrem Frühstück und gehe nach oben. Der Rechner ist inzwischen hochgefahren. Ich lese mich hier durch die verschiedenen Feeds und News um auf dem laufenden zu bleiben. Beantworte die ein oder andere Mail oder blogge (was ich erst vor einigen Wochen wieder entdeckt habe). Dabei ist die obligatorische Zigarette fester Bestandteil. Etwa eine halbe Stunde später, fange ich an meinen Mann zu wecken. Das heißt ich laufe alle fünf Minuten nach nebenan und zwitscher: „Mausiiiiiii, bist du waaaaach?“ oder „Mausiiiiiiiii, auuuuuuufsteeeeeeeh’n“. Alles nur nicht zu „lieblos“, denn dann werde ich nicht mit einem im Schlaf geträllertem „Jaaaahhhaaaa“ belohnt. Echt wahr. Im Halbschlaf antwortet er in der gleichen Tonlage. Nach dem vierten, fünften oder sechsten Mal schlägt er dann die Decke zurück und steht auf. Jetzt ist das oberste Gebot: in Ruhe lassen. Er muss erst mal seine Kontaktlinsen einlegen und braucht einen Kaffee. Ich frage mich jedes mal wie er das mit den Kontaktlinsen vor dem ersten Kaffee – die „Knöpp“ noch gar nicht auf, überhaupt schafft, aber gut.

Ich habe mich inzwischen zurück an meinen Rechner begeben und lese. Irgendwann nehme ich meine Medikamente und lese weiter. Irgendwann muss mein Mann dann aus dem Haus. Ich gehe mit ihm runter um ihn zu verabschieden, und auf dem Weg nach unten folgt meist erst das erste „*brummel*… Schatzi“. Das „*brummel*“ lautet hier übersetzt so was wie „Morgen“ – kommt aber nur als Kehllaut an. :) Unten angekommen, setze ich den Wasserkocher ein zweites Mal in Bewegung und bereite die Tasse mit dem Pulver vor. Mein Mann schnappt sich eine Flasche Wasser, und evtl. noch ein Päckchen Zigaretten und verabschiedet sich bei mir mit einem Kuss. Ich gehe noch mit zur Tür und hier folgt ein Dialog, wie wir ihn auch Abends in etwa zum Schlafen gehen praktizieren.

  • „Bis später, Schatzi“ Antwort: „Bis später, Mausi“
  • „Lieb dich“ Antwort: „Lieb dich“ und hier folgt dann ein
  • schmatzender Flugkuss.

Abends sagen wir natürlich nicht, bis später, sondern Gute Nacht :) Aber es sind immer diese drei Elemente drin, die mir persönlich auch sehr wichtig sind. Ich möchte meinem Mann einfach ein „Ich liebe dich“ mit auf den Weg geben, sei es in seinem Träumen (an die er sich grundsätzlich nicht erinnert) oder als Begleiter für seine Arbeit. Auch ich brauche das, sonst ist der Tag für mich gelaufen. Ich erzählte in diesem Blog schon mal, das ich es nicht leiden kann, wenn mein Mann aus dem Haus geht, ohne sich zu verabschieden. Auch ein Grund, warum ich mit ihm aufstehe.

Ist mein Mann also aus dem Haus, gehe ich mit meiner zweiten Tasse Cappuccino zurück an den Rechner und später starte ich dann in meinen Alltag. Wie Haushalt oder Termine wahr nehmen.

So, das war mein Morgenritual. Wie gesagt, mitunter ändert sich das, aber seit Jahren läuft morgens der PC. Als Schülerin habe ich morgens Frühstücksfernsehen angeschaut, mehr als Hintergrund-Berieselung. Heute mag ich das nicht mehr, wenn Musik oder Gelaber dudelt. Das Radio mach ich meist erst an, wenn mein Mann aus dem Haus ist. Manchmal sogar noch später.

So, das war’s :)

Liebe Grüße
Tari

Ein Gedanke zu “Blogparade – Morgenritual

  1. Das Morgenritual – Ergebnisse zur Blogparade ... auf Karriere-Bibel says:

    […] Tari: Ich stehe morgens auf, derzeit zwischen 2 Uhr und 4 Uhr nachts – kommt drauf an, wann mein Mann arbeiten muss. Ich stehe vor ihm auf, ich brauche immer ein bisschen länger. Außerdem ist er eh nicht gleich aus dem Bett zu kriegen – es sei denn, er hat verpennt. Ich schmeiß dann als erstes den Rechner an, ziehe meine Brille an, die ich am PC hingelegt habe und taumel dann als nächstes im Dunkeln durch das Treppenhaus ins Bad. Ist dort das nötigste erledigt wanke ich eine Etage tiefer in Richtung Küche. Unterwegs kommen mir die Katzen entgegen. Ich ignoriere sie aber erst mal, bis ich meinen Wasserkocher angeschmissen habe. In der Zwischenzeit ist das Wasser heiß und ich kann mir meinen geliebten Cappuccino aufgießen. Der Rechner ist inzwischen hochgefahren. Ich lese mich durch die verschiedenen Feeds und News, um auf dem laufenden zu bleiben. Beantworte die ein oder andere Mail oder blogge. Dabei ist die obligatorische Zigarette fester Bestandteil. Etwa eine halbe Stunde später, fange ich an meinen Mann zu wecken. […]

Kommentar verfassen