Auswertung Blogparade: Wie intim darf es sein?

Ich weiß, ich bin lange überfällig damit. Und um ehrlich zu sein, habe ich es auch lange aufgeschoben. Einfach weil ich mich konzentriert an die Aufgabe machen wollte. Und weil ich mir noch ein Konzept überlegen wollte, wie ich das in einen Beitrag packe. Letztlich habe ich mich für eine ganz pragmatische Variante entschieden.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal für die Teilnahme bedanken. Die war wirklich überwältigend.

Nachfolgend liste ich also die Blogs auf, die sich bei der Parade beteiligt haben. Leider sind 2 Blogs ausgefallen, weil sie einfach die Kriterien nicht erfüllt haben. Das eine Blog schien mir mehr Werbung machen zu wollen und ging darüberhinaus auf keine meiner Fragen ein. Und das andere Blog hat inzwischen einen Passwortschutz, so das der Beitrag nicht mehr erreichbar ist.

Die nachfolgende Reihenfolge hat in keiner Weise was mit der Wertung und/oder meinem persönlichen Geschmack zu tun sondern ist rein zufällig gewählt. (Nicht mehr verlinkte Beiträge existieren nicht mehr)

Natürlich möchte ich nicht versäumen auf die ein oder andere Äußerung einzugehen. Ohne jemanden jetzt namentlich zu nennen. Gerne würde ich das ganze statistisch auswerten, aber leider war ich in Mathe schon immer verdammt schlecht  :think:   …Insgesamt möchte ich aber noch mal betonen das ich in keiner Weise mit einer derartigen Resonanz gerechnet habe. Mir war sicherlich klar das dies ein Thema ist… das ist es grundsätzlich im Internet, aber das sich dann auch soviele beteiligen mit eigenen Beiträgen hat mich gerade zu umgehauen.

Den Stein des Anstoßes für diese Blogparade bot mein Artikel (Achtung, neues Fenster) mit der Frage nach dem Inhalt. Ich möchte hier noch näher darauf eingehen. Auch inspiriert durch die verschiedenen Beiträge zu dieser Parade.

Ich sagte in diesem Artikel bereits das ich über gewisse Dinge einfach nicht sprechen würde. Wie Sexuelle Dinge oder finanzielle. Einfach weil sie – meiner Meinung nach – nicht in die Öffentlichkeit gehören. Und genau wie manche der Teilnehmer der Parade würde ich nie über einen Streit mit meinem Mann berichten, oder noch schlimmer… diesen hier erörtern wollen.

Viele von Euch machen die Frage nach dem „wie weit“ von der Tagesform abhängig. Sätze wie: „(…) es kommt immer auf meine Gemütsverfassung an (…)“ fallen recht häufig in Euren Beiträgen. Was ich beeindruckend finde. Ich persönlich hätte diese Worte nicht so klar formulieren können. Und bin über mich selber überrascht, das wenn ich darüber nachdenke, ich mir diesen Schuh auch anziehen muss. Was aber nicht bewusst geschieht, zumindest bei mir nicht. Ich bin ein sehr gefühlsbetonter Mensch und habe, wie einige meiner Stammleser wissen, diesbezüglich auch Probleme. Und gerade wenn ich in einem Tief bin möchte ich über Gott und die Welt sinnieren und die gesamte Bloggerschaft daran teilhaben lassen. Oft sitze ich tagelang an einem Beitrag. Diesen hier z. B. schreibe ich schon drei Tage… Einfach weil ich mir meine Worte gut überlege. Formulierungen umgestalte oder Dinge ganz streiche, anderes hinzufüge… So denke ich bekomme ich einen guten Querschnitt von meinem Gefühlsleben – um das jetzt mal ganz objektiv zu betrachten (zumindest versuche ich das).

Ich versuche in meinen Beiträgen immer Namen wegzulassen, es sei denn die Person hat kein Problem damit, genannt zu werden. Was mich zum nächsten Thema führt.

Erstaunlich wenige machen sich Gedanken in juristischer Hinsicht. Gut, die Frage stellt sich nicht zwangsläufig wenn man nach Intimität fragt. Aber zwei Blogs haben es zumindest erwähnt. Und dem ein oder anderen mag es schon aufgefallen sein, ich nutze auch nur Umschreibungen von Firmennamen beispielsweise. Und wer mich kennt, der weiß das ich bezüglich Grafikbearbeitung größten Wert auf die Wahrung des Urheberrechts lege. Letztendlich ist jeder für sich selbst verantwortlich. Aber ich finde – und so sieht es letztlich auch vor einem Richter aus – „Mein Name ist Hase ich weiß von Nix“ zieht nicht. Damit meine ich, nur weil man nicht weiß, das man dies oder jenes nicht darf, würde dies vor einer Strafe schützen. Aber das weiter auszuführen gehört nicht hierzu.

Ich träume z. B. auch von vielen Dingen, die ich immer mal verwirklichen wollte. Mit wem aber darüber sprechen? Mit der Familie? Oft sind mir diese Dinge auch vor Firmenangehörigen unangenehm, so das ich sie einfach ausklammere. Dann versuche ich sie nieder zuschreiben. Fange also einen Beitrag an für mein Blog und lese dann noch mal Korrektur. Ändere vieles, streiche das ein oder andere… weil es zu privat ist. Wie gern würde ich persönlich dieses Medium hier nutzen als wirkliches Tagebuch. Aber die wenigsten tun dies wahrscheinlich. Und genau da schaltet sich die Hemmschwelle ein. Würde ich mein Blog als wirkliches Tagebuch nutzen, also täglich – beispielsweise – meine Gefühle und Erlebnisse niederschreiben, würde ich gleichermaßen Gefahr laufen andere zu verletzen. Und auch mich selbst.

Jeder macht sich Gedanken über die verschiedensten Dinge. Jeder hat mal schlechte Tage. Und jeder denkt auch mal schlecht über andere. Und genau dafür wäre ein Tagebuch ideal…. also wie sollte man sowas öffentlich machen, es sei denn man hat überhaupt keine Kinderstube genossen??

Ich schreibe z. B. an einem Buch… ..o(… jetzt ist es raus…)o.. Meine Familie weiß nichts davon. Weil ich genau weiß, wie meine Eltern z. B. reagieren würden. Oder ich kann es mir denken. Vielleicht würden sie ganz anders reagieren als ich das erwarte. Dennoch ist auch das etwas was ich für mich behalte, oder wenn meine Mutter dieses Blog jetzt beispielsweise liest, ich sie bitte zu ignorieren. Denn ich werde dieses Buch wohl nie veröffentlichen… vermutlich werde ich es sogar nie fertigstellen können. Zumindest nicht wenn ich in dem Tempo weiter daran arbeite. :schmoll1: Ich mache es nur aus Spaß am Schreiben. Und das ist nur für mich ganz privat und geht niemanden was an.

Ich könnte noch Stunden schreiben zu diesem Thema. Ich denke aber dass das Thema Intimität und somit auch der Respekt anderen gegenüber in meinem Leben und somit wohl auch in diesem Blog immer präsent sein wird.

Abschließend möchte ich noch eine Sache erwähnen, was auch gleichzeitig die Einleitung zu meinem Schlusswort darstellt. In einem Beitrag schien es dem Verfasser wohl noch wichtig zu sein, das er nicht so großen Wert auf Optik legt, und nannte mein Blog direkt mal als Negativbeispiel. Um ehrlich zu sein fühlte ich mich da durch die Wortwahl etwas… wie soll ich sagen… angegriffen ist vielleicht zu hart ausgedrückt, kommt dem aber am nächsten. Ich kann durchaus mit Kritik umgehen. Und wenn jemand sagt ihm gefällt mein Design nicht, dann kann ich damit auch ohne weiteres leben. Ich mag es nur nicht wenn man dabei despektierlich ist. Insbesondere dann, wenn man einfach nur andere Ansprüche hat.

Ich werde mein Design in naher Zukunft wieder ändern. Aber einfach aus dem Grund, weil ich selber wieder was neues brauche. Dem einen ist das wichtig, dem anderen das andere. Wenn man lieber Feeds liest kann ich mir schon vorstellen das Grafik da eher zweitrangig ist. Und genauso geht es auch andersrum.

Mein Apell richtet sich nun an die große weite Bloggerwelt aber auch an die Gesellschaft im Allgemeinen. Die Hauptfrage der Blogparade lautete „Wie weit gehst du in deinem Blog?“. Damit war durchaus auch die Formulierung und Wortwahl der eigenen Beiträge gemeint. Ich spreche mich nicht davon frei das ich das ein oder andere Mal auch den falschen Ton erwische oder meine Ansichten einfach nicht der Allgemeinheit entsprechen. Aber ich gebe mir wenigstens Mühe dabei nicht verletzend zu sein. Eins meiner „Lebensmottos“ lautet, das man sich so verhält wie man auch behandelt werden möchte. Und so bestreite ich jeden Tag, immer mit der Frage im Hinterkopf: „Wie könnte mein Gegenüber das nun aufnehmen, was ich hier tue oder sage?“.

Das lasse ich jetzt einfach mal so im Raum stehen.

Liebe Grüße
Tari

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