fertig wie ein Brötchen

Dem ein oder anderen mag es aufgefallen sein, ich war den gesamten Mai über so gut wie gar nicht “online”. Weder im Blog noch sonst wo. Der Grund war - mal wieder – eine Maßnahme vom Arbeitsamt.

“Schon wieder?” … Yip, schon wieder. Weil die Arbeitsvermittler ihre Statistiken sauber halten müssen. So muss dieser seine “Kunden” an so und so vielen Tagen im Jahr aus der Statistik haben. Sonst gibts Megga von oben. Sagt einem so natürlich keiner offiziell, aber so ist es eben.

So durfte ich an einem vierwöchigem Seminar speziell für Verkäufer/innen und Kassierer/innen teilnehmen. Vollzeit: von morgens 8:00 Uhr bis mittags 15:30 Uhr. Und obwohl ich eigentlich – aus persönlichen Gründen – nur Teilzeit suche, habe ich mich bereit erklärt, das zu machen. Schließlich war ein Ende in Sicht.

Letztendlich gebracht hat es mir nichts, zumindest nichts was die Fachkenntnis betrifft. Mir wurde dieses Seminar als Auffrischung verkauft. Gesetzliche Bestimmungen und deren Auslegung, neue Kassensysteme erlernen… da sind 4 Wochen eine lange Zeit dachte ich. Aber schon am ersten Tag stellte sich raus, nachdem das kollektive Nicken (Vorsicht neues Fenster) wieder einsetzte, das fast jedem Teilnehmer dieses Seminar anders verkauft wurde. Viele, wenn nicht sogar die meisten, kamen gar nicht aus dem Verkauf und denen wurde gesagt: “Da können Sie mal gucken ob das was für Sie ist”.

So hatten wir eine Thailänderin die zwar recht gut Deutsch verstand, jedoch sehr gebrochen sprach – für ein Verkaufsgespräch wohl eher hinderlich. Einen Bayer hatten wir auch in unserer Runde, der direkt aus München kam und wenn er sich nicht besonders anstrengte hochdeutsch zu sprechen, nur von wenigen verstanden wurde. Eine Mediengestalterin, die in ihrem Beruf einfach keine Anstellung fand – aus welchen Gründen auch immer. So könnte das für fast jeden Teilnehmer fortgeführt werden.

Ich traf meine ehemalige Kollegin Magda wieder, mit der ich zusammen an der Kasse bei einer großen Multimediakette (nein, nicht die “Roten”) gearbeitet hatte. Aber auch sonst waren die Leute in Ordnung und der Seminarleiter – offizielle Bezeichnung: Trainer, war auch nett.

Tatsächlich hatte er etwas motivierendes an sich. Ich hatte im Vorfeld bei meiner Arbeitsvermittlerin um dieses Seminar gebeten. Eben weil ich wusste, das sie mich ohnehin demnächst wieder in eines stecken würde. So war es mir lieber in so ein Seminar zu gehen, als wieder in eins wo “man mal über die Bewerbungsunterlagen schaut”. Nur um dann von jedem was anderes gesagt zu bekommen. “Das macht man heute nicht mehr so” oder “Machen Sie das mal so, was Ihnen da bei dem anderen Seminar gesagt wurde, ist falsch”. Untermalt mit einem süffisanten Lächeln. Außerdem haben die Arbeitsvermittler das ganz gern, wenn man nach sowas fragt.

Aber ich brauchte auch einen “Break”. Ich bin mir nicht sicher, ob das der richtige Begriff ist. Fakt ist, ich begann abzusacken, psychisch. Und zwar massiv. Genau an diesem Punkt befinde ich mich derzeit wieder. Die Bewerbungen, die ich während der Maßnahme machte, waren bisher fruchtlos. Von dem “Hoch” des motivierenden Trainers ist nicht mehr viel übrig.

Liebe Grüße
Tari

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